Ein Walsturz ist ein selten beobachtbares, aber ökologisch bedeutendes Ereignis. Stirbt ein Wal, sinkt sein massiger Körper auf den Meeresgrund und wird dort zur lebenswichtigen Nahrungsquelle für unzählige Meeresbewohner, und das jahrzehntelang.
Der Zersetzungsprozess der Walkadavers läuft in Etappen ab. Zuerst machen sich Aasfresser wie Haie, Aale und Krabben über das Weichgewebe her. Später übernehmen kleinere Tiere, Fische und Mikroben, die den Rest des Kadavers verwerten. Gleichzeitig dient das Skelett als Siedlungsfläche für wirbellose Tiere wie Schnecken, Würmer und Oktopusse.

Der Mensch bekommt einen Walsturz nur selten zu sehen. Die meisten Walkadaver sinken in große Tiefen, zu denen nur spezielle Tauchroboter Zugang haben. Ein besonders gut dokumentierter Fall liegt vor Kanadas Küste. Ein dort auf dem Tiefseeboden befindliche Kadaver wird seit 2009 erforscht und pulsiert noch immer mit Leben.